Der Katarakt (Grauer Star)

Autorin: Dr. med. vet. Sunayana Mitra


Katarakt, grauer Star, die Pupille ist nicht mehr schwarz

Katarakt, grauer Star, die Pupille ist nicht mehr schwarz


Als grauen Star (Katarakt) bezeichnet man jede Trübung der Linse.

Die Linsentrübung erkennt man bei weiter Pupille. In dem sonst dunklen Sehloch zeichnen sich die weißlichen Anteile der Linse mehr oder weniger deutlich ab.

Der graue Star kann bei Hund und Katze angeboren sein.

Weit häufiger entwickelt er sich im Erwachsenenalter.

Erbliche graue Stare werden durch Vorsorgeuntersuchungen erfasst, die inzwischen bei vielen Zuchthunden Pflicht sind.

Andere graue Stare können durch Verletzungen des Auges oder durch Stoffwechselstörungen entstehen.

Ein Beispiel dafür ist der graue Star bei zuckerkranken Hunden und Katzen, bei dem die Eintrübung der Linse trotz Insulinherapie sehr schnell, d.h. innerhalb von Wochen, voranschreitet.

Der graue Star ist nicht zu verwechseln mit einem altersbedingten, etwas trüben Linsenkern, bei dem der Augenhintergrund noch durchschimmert.

Bei einem reifen Star, d.h. einer dichten weißen Linse, ist der Augenhintergrund nicht mehr erkennbar.

Da der graue Star einen Sehverlust nach sich zieht, sollte das Tier schon bei den ersten Anzeichen einer Linsentrübung von einem auf Augenheilkunde spezialisierten Tierarzt untersucht werden.

Reife, dichte Stare können später zu erheblichen Entzündungen des gesamten Augapfels führen, deren Behandlung sehr aufwendig ist.

Die Staroperation beim Hund wird heute in spezialisierten Praxen und Kliniken für Augenheilkunde mit Erfolg durchgeführt. Auch die Implantation einer intraokulären Linse ist möglich. Wichtig ist, dass Patient und Besitzer folgende Kriterien erfüllen:

  • Die Netzhaut des befallenen Auges muss intakt sein.
  • Der Patient muss klinisch gesund sein ( Narkoserisiko ).
  • Der Patient muss sich ca. 10 x täglich Augentropfen applizieren lassen.
  • Der Besitzer muss dafür die Zeit haben.
  • Der Besitzer muss nach der Operation regelmäßig zur Augenkontrolle kommen.
  • Er muss seinen Hund ca. 3 Wochen lang sehr ruhig halten können.
  • Der Besitzer muss über mögliche Komplikationen aufgeklärt sein.

All diese Fragen werden nach einer gründlichen Untersuchung des Patienten in unserer Praxis eingehend mit dem Besitzer erörtert und die bestmögliche Therapie für den Patienten ausgewählt.

 


beginnende Katarakt, noch sieht der Hund

beginnende Katarakt, noch sieht der Hund

mature Katarakt, die Linse ist undurchsichtig

mature Katarakt, die Linse ist undurchsichtig

Solange Sie den schimmernden Fundusreflex sehen, ist die Linse durchsichtig

Solange Sie den schimmernden Fundusreflex sehen, ist die Linse durchsichtig

die gesamte Linsentrübung ist nur mit weitgestellter Pupille erkennbar

die gesamte Linsentrübung ist nur mit weitgestellter Pupille erkennbar

das ERG zeigt, ob die Netzhaut noch funktionsfähig ist

das ERG zeigt, ob die Netzhaut noch funktionsfähig ist